Billardqueues günstig online kaufen bei Billardpro
Billardqueues gibt es in den verschiedensten Varianten. Ein eigenes Queue ist empfehlenswert, um das persönliche Spiel weiterzuentwickeln und immer die gleichen Bedingungen zu haben, statt bei jedem Ausflug ins Billardcafé ein anderes Modell zu nutzen. Zunächst unterscheidet man bei einem Queue (auch Kö, Stock oder Cue genannt) nach der Spielart, der man nachgehen möchte. Es gibt spezifische Queues für Poolbillard, Snooker und Carambolage.
Poolbillard
Am gängigsten in Deutschland ist mittlerweile das amerikanische Pool-Billard, das die meisten Leute auch aus der Kneipe oder dem Jugendclub kennen: 15 bunte Kugeln mit den Nummern von 1-15 (7 "Halbe", 7 "Volle" und die schwarze 8) werden in sechs Löcher gespielt. Die Regeln des Spiels lassen wir hier einmal außer Acht, da diese für das Material nur eine Nebenrolle spielen. Pool-Billard hat die Eigenart, dass Experten nicht nur ein Queue verwenden, sondern bis zu drei Queues: ein Spielqueue, ein so genanntes "Break-Queue" (Anstoßqueue) und ein "Jump-Queue", mit dem der weiße Spielball auf regelkonforme Weise zum Springen gebracht werden kann.
Bevor du dich in größere Unkosten stürzt: Für die meisten Freizeitspieler ist ein normales Spielqueue völlig ausreichend. Schauen wir doch mal, was ein Spielqueue ausmacht.
Spielqueue
Spielqueues beim Pool-Billard sind in der Regel zweiteilig mit einem Gewinde in der Mitte. Das hat keine Vorteile für die Spieleigenschaften, sondern dient einfach dazu, das Queue einfacher transportieren zu können. Daher sind Hausqueues in Billardsalons und Kneipen oft einteilig, da diese ja nicht transportiert werden müssen. Die Oberteile sind im Pool traditionell aus Ahornholz gefertigt, zudem gibt es mittlerweile einige moderne Oberteile aus Karbon. Das Unterteil besteht oft auch aus Ahorn, kann aber auch aus ganz anderen Hölzern bestehen. Pool-Billard-Queues sind meist recht aufwändig verziert; bei günstigen Queues mit gedruckten, aufgeklebten und überlackierten Designs, bei teureren Queues mit echten Einlegearbeiten aus Edelhölzern, Perlmutt, Steinen oder anderen Materialien.
Detaillierte Informationen zum Aufbau eines Queues gibt es etwas weiter unten im Abschnitt “Aufbau eines Pool-Billardqueues”.
Breakqueue
Break-Queues haben meist ebenfalls ein Oberteil aus Ahorn oder Karbon und ein Unterteil aus verschiedenen Hölzern. Sie dienen zum einen dazu, das Spielqueue beim harten Anstoß zu schonen, damit es sich nicht verzieht, und zum zweiten dazu, härter und kontrollierter anstoßen zu können. Freizeitspieler, die nur ihr Spielqueue schonen wollen, können daher für den Anstoß auch einfach auf ein Hausqueue zurückgreifen. Für den härteren und kontrollierteren Anstoß verfügen Break-Queues über einen etwas anderen Schliff (der so genannte "Taper") des Oberteils sowie meist eine Spitze aus Kunststoff (z.B. Phenolharz) oder ein spezielles und besonders hartes Break-Leder.
Jumpqueue
Jump-Queues sind spezielle Queues, mit denen die weiße Kugel auf regelkonforme Weise zum Springen gebracht werden kann. Es ist beim Pool nämlich erlaubt, “störende” Kugeln zu überspringen, sofern man sich dabei an die Regeln hält und die weiße Kugel von oben stößt, anstatt sie von unten zu “lupfen”. Jump-Queues sind deutlich kürzer als normale Spielqueues, da man beim Jumpshot sehr steil in die Kugel stoßen muss. Das klassische Jump-Queue hat eine Länge von ca. 105-107 cm und ist in der Regel auch zweigeteilt, damit es neben den anderen Queues in einen handelsüblichen Köcher oder Koffer passt. Einige Jump-Queues bestehen sogar aus mehreren Teilen, sodass sich auch verschiedene Queuelängen zusammenschrauben lassen, die je nach Art des Jumps zum Einsatz kommen. Die Oberteile sind zumeist aus Holz oder Karbon gefertigt. Um maximale Wirkung zu erzielen und die Kugel möglichst leicht und kontrolliert springen zu lassen, ist die Ferrule meist aus Materialien wie Karbon oder Bakelit gefertigt. Die sehr harte Pomeranze besteht zumeist auch aus Bakelit, Phenol oder gehärtetem Leder.
Break-/Jumpqueue
Wie der Name schon andeutet, kombiniert ein Break-/Jump-Queue die Eigenschaften eines Break- und eines Jump-Queues. Das ist natürlich sehr praktisch, da man sich ein Queue spart und sein gesamtes Spielwerkzeug leichter verstauen kann, z.B. in einem 2/2-geteilten Köcher. Im Regelfall sind Break-/Jump-Queues dreiteilig und in kompletter Zusammensetzung als klassisches Break-Queue zu nutzen. Neben der mittigen Teilung ist auch das Unterteil nochmals teilbar. Durch Abnahme des hintersten Stückes bzw. Herausnahme des mittleren Teiles, lassen sich zumeist zwei verschiedene Jump-Queue-Varianten erstellen, die je nach Situation genutzt werden können. Ein Break-/Jump-Queue ist die ideale Lösung für alle, die nicht zu viel Material mit sich herumschleppen und trotzdem für alle Situationen des Poolbillards gut ausgerüstet sein wollen.
Einteilige Hausqueues
In Kneipen, Bars oder Clubs finden sich nach wie vor hauptsächlich einteilige Queues, sogenannte Hausqueues. Da diese im Normalfall nicht transportiert werden müssen, verzichtet man hier auf eine Teilung und lässt die Queues einteilig. Im Regelfall sind im Poolbereich die Hausqueues von sehr einfacher Qualität und nicht vergleichbar mit zweigeteilten Spielqueues.
Aufbau eines Pool-Billardqueues
Unterteil
Bumper
Wir fangen mal um unteren Ende an. Den Abschluss eines Poolbillard-Queues bildet für gewöhnlich der Bumper. Dabei handelt es sich um ein Stück Gummi oder ähnliches Material, das auf das Ende des Holzes passt und dort entweder fest installiert wird oder abnehmbar ist. Zweites ist meist dann der Fall, wenn sich am Queueende ein Gewinde befindet, in welches z.B. Queue-Verlängerungen oder Gewichtsschrauben zur Regulierung des Gewichts eingesetzt werden können. Der Bumper selbst schützt das Queue vor Beschädigungen und dämpft das Aufsetzen des Spielgerätes auf den Boden, wenn man es z.B. an die Wand, an einen Tisch oder in den Queuehalter stellt.
Butt
Der hintere Bereich des Unterteils zwischen Bumper und Griffband wird Butt genannt. Dieser Teil des Queues ist oft verziert, entweder mit echten Einlegearbeiten oder mit Klebedesigns, und ist zumeist an das Design angelehnt, das auch auf dem Forearm des Queues verwendet wird. Der Butt wird separat vom Rest des Oberteils gefertigt und ist in den meisten Fällen aus Holz, oft auch aus besonders hochwertigen oder exotischen Hölzern gefertigt, um dem Queue ein spezielles Aussehen zu verleihen. Manchmal kann das hintere Ende auch aus Kunststoff gefertigt sein. Der Butt ist zumeist hohl, da hier noch ein Gewinde für Schrauben und Extensions eingesetzt wird. Queues der mittleren und oberen Preisklassen verfügen oft noch über ein meist auch optisch abgesetztes Ende des Butts, das so genannte “Buttcap”.
Einlegearbeiten
Die Einlegearbeiten sind das Herzstück eines jeden Queue-Designs. Hier entscheidet sich auch u.a. der Preis des Queues. In den teureren Serienqueues sowie auf Einzelstücken sind oft hochwertige Einlegearbeiten aus besonderen Materialien und von hohem handwerklichem und künstlerischem Wert zu finden. Verwendet werden vor allem verschiedenste, oft exotische Hölzer, aber auch andere Materialien wie Perlen, Elfenbein- oder Muschelimitate und Metalle. Außerdem werden farbliche Akzente eingebaut. Hier sind der Fantasie und der Handwerkskunst keine Grenzen gesetzt. Bei günstigeren Queues werden statt echten Einlagen oft Klebedesigns verwendet, die das Queue ebenfalls gut aussehen lassen, aber natürlich nicht den gleichen Wert haben. Diese Designs werden auf Klebefolien gedruckt, die auf das Queue aufgeklebt und danach überlackiert werden.
Griffbereich / Griffband
Der Griffbereich befindet sich zwischen Butt und Forearm. Hier wird das Queue im Normalfall vom Spieler geführt. In den meisten Fällen ist der dieser Bereich mit einem Griffband ausgestattet, es gibt allerdings auch Modelle ohne Griffband. Bei diesen “Wrapless”-Modellen greift man das Queue direkt am, meist lackierten, Holz des Unterteils. Das am häufigsten verwendete Material für Griffbänder ist Leinen. Meistens stammt dies aus Irland, häufig wird mehrfach gepresstes Leinen für Billardqueues verwendet. Weitere gängige Materialien sind Leder und Kunstleder, gerne auch mit einer kunstvollen Prägung im Echsen- oder Schlangenlederstil, oder Gummi. Letzteres wird vor allem für ergonomisch gefertigte Sportgriffbänder genutzt, die sich in den letzten Jahren immer größerer Beliebtheit erfreuen.
Forearm
Als Forearm wird der vordere Bereich des Unterteils zwischen Griffbereich und Gewinde bezeichnet. Dieser Teil gibt dem Queue seine individuelle Note und sein Gesicht. Mit echten Einlegearbeiten oder Klebedesigns wird jedem Modell zu einem einzigartigen Aussehen verholfen. Das Design findet sich oftmals im Butt wieder oder wird dort fortgesetzt.Der Forearm ist aus Holz gefertigt, zumeist wird Ahorn verwendet. Am vorderen Ende des Forearms sitzt sitzt oft noch ein Zierring, an den sich dann das Gewinde anschließt, welches das Unter- mit dem Oberteil verwindet.
Gewinde
Das Gewinde, auch Joint genannt, verbindet das Ober- und das Unterteil des Queues. Dabei wird im Normalfall ein auf dem Unterteil montierter Stift mit Gewinde (der “Pin”) in die passende Öffnung am unteren Ende des Oberteils geschraubt. Die Verbindungsteile sind meistens aus Metall gefertigt, einige aber auch aus Kunststoff. Messing ist Standard, hochwertige Modelle setzen auch auf Edelstahl. Außerdem gibt es auch reine Holzgewinde.
Holz/Metall
Bei Holz-Metall-Verbindungen befindet sich im Unterteil der Pin aus Metall, der in ein Gewinde im Oberteil geschraubt wird, welches direkt ins Holz geschnitten wird. Das Spielgefühl ist hier oft etwas weicher als bei Metall-Metall-Verbindungen, näher am Spielgefühl eines einteiligen Queues. Gängige Gewindebezeichnungen lauten Radial oder 3/8x10.
Holz/Holz
Holz-Holz-Verbindungen finden sich fast nur bei Carambolage-Queues. Der Holzstift sitzt hier am Oberteil, der in ein Holzgewinde am Unterteil geschraubt wird.
Metall/Metall
Bei Metall-Metall-Verbindungen befindet sich im Unterteil der Pin aus Metall, der in ein Metall-Gewinde im Oberteil geschraubt wird. Das Spielgefühl ist hier etwas härter und direkter als bei Holz-Metall-Verbindungen.Gängige Gewindebezeichnungen lauten 5/16x14, 5/16x18, Uni-Loc (Predator und Lucasi), United Joint (Mezz) oder Turbolock (Players Pure X). Etliche Queueschmieden haben auch eigene Gewinde mit eigenen Bezeichnungen.
Gewichtsschrauben
Bei vielen Herstellern lässt sich das Gewicht des Queues über Gewichtschrauben regulieren. Standardmäßig wiegen die meisten Queues ca. 19 Unzen, Gewichte zwischen 18 und 21 Unzen sind gängig. Um das Gewicht zu regulieren muss im Regelfall der Bumper entfernt werden und eine Schraube in das Gewinde am Ende des Unterteils eingesetzt bzw. getauscht werden. Gewichtsschrauben sind meist in Schritten von 0,5 Unzen erhältlich. Bei einigen Profimodellen lässt sich das Gewicht gar noch exakter einstellen. Nicht alle Modelle verfügen über ein solches System; wenn das für dich wichtig ist, erkundige dich also vor dem Kauf.
Oberteil
Gewinde
Wir arbeiten uns weiter von hinten nach vorne vor. Das Oberteil schließt am hinteren Ende mit dem Gewinde ab, in welches das Unterteil verschraubt wird. Der fest verbaute Gewindekragen sorgt für eine saubere Verbindung von Ober- und Unterteil und ermöglicht eine gute Übertragung der Stoßwirkung. Über dem Gewinde ist meist ein Zierring platziert, der dem Queue ein schickes Aussehen verleiht und den Übergang vom Gewinde zum Schaft darstellt.
Schaft
Der Schaft ist das Herzstück eines jeden Oberteils. Im Grunde genommen meinen die meisten Billardspieler sogar nur den Schaft, wenn sie von einem Oberteil sprechen. Denn hier sitzt die Technologie des Queues und hier entscheiden sich im wesentlichen Qualität, Spieleigenschaften und Preis. Der Schaft ist im Regelfall komplett aus Holz gefertigt, klassischerweise wird ausgesuchtes Ahornholz verwendet. Die Qualität und damit auch die Spieleigenschaften des Oberteils hängen von Herkunft, Härte und Ablagerungszeit des Holzes ab. Vollholz-Oberteile werden zumeist direkt aus einem einzigen Stück Holz gefertigt.
Eine noch geringere Abweichung als bei Vollholz-Oberteilen kann mit Low-Deflection-Shafts erzielt werden. Hochwertige Queues setzen heutzutage darauf, mehrere Holzteile zu einem Oberteil zu verkleben, das so genannte “Laminieren”. Dieses verringert die Abweichung des Queues beim Stoß des Spielballs mit seitlichem Effet zusätzlich, da die Einzelteile mit entgegengesetzter Wuchsrichtung verbaut werden. Zudem kann innerhalb einer Charge eine gleichbleibende Holzqualität gewährleistet werden.
Wesentlich für die Reduzierung der Abweichung ist die Gewichtsreduktion im vorderen Drittel des Oberteils. Je nach Methode wird entweder auf eine Hohlbohrung oder einen Karbon-Kern gesetzt. Mittlerweile gibt es auch einige Oberteile, die komplett aus Karbon gefertigt sind. Mit diesen, preislich deutlich höher angesiedelten, Oberteilen, wird die Stoßabweichung auf ein ein kaum noch wahrnehmbares Minimum reduziert. Weitere Informationen zum Verhalten der verschiedenen Oberteile folgen im Abschnitt "Spieleigenschaften”.
Unterschiede gibt es auch bei der Form des Schafts, dem sogenannten “Taper”. Während der klassische Taper-Schliff konisch geschliffen ist und vom Gewinde bis zur Spitze kontinuierlich an Umfang abnimmt, ist der “Pro-Taper” anders konstruiert. Je nach Modell läuft das Oberteil nur bis zur Hälfte oder über zwei Drittel der Länge konisch zu, um dann auf den letzten Zentimetern durchgehend auf dem Umfangsniveau der Ferrule zu bleiben.
Ferrule
Die Ferrule schließt das Oberteil am oberen Ende ab. Bei Holz-Oberteilen sitzt sitzt diese meist aus weißem Kunststoff (früher aus Elfenbein) gefertigte Konstruktion auf einem Holzzapfen, der an vorderster Front vom Schaft absteht. Die Ferrule hat vor allem zwei Aufgaben: Einerseits dämpft sie die Erschütterungen und die Kräfte, die bei einem Stoß der weißen Kugel auf das Holz wirken und schützt so das Queue. Andererseits bietet sie eine geeignete glatte Klebefläche zur fachgerechten Montage der Pomeranze.
Pomeranze/Leder
Zu guter Letzt betrachten wir die Pomeranze, sprich das Leder, das ein jedes Queue vorne abschließt. Das Leder überträgt die Stoßwirkung aus dem Queue auf die Kugel und sorgt dafür, dass ein sauberer Kontakt stattfindet und das Queue nicht abrutscht. Bei Pool-Queues hat das Leder für gewöhnlich einen Durchmesser zwischen 11,75 und 13 Millimetern und ist in verschiedenen Härtegraden von Supersoft bis zu extrahart verfügbar. Pomeranzen sind Gebrauchsgegenstände und nutzen sich mit der Zeit ab. Es empfiehlt sich, das Leder mit entsprechenden Werkzeugen wie Trimmer oder Prägeeisen in Form zu halten (nämlich abgerundet) und ab und zu leicht aufzurauen, damit die Kreide besser haftet. Wenn das Leder sich mit der Zeit zu weit abgespielt hat und sich der Ferrule nähert, muss es ausgetauscht werden.
Schraubleder
Einfache Queues, vor allem einteilige Hausqueues in Billardcafés,Bars oder Jugendzentren sind gelegentlichmit Schaubledern versehen. Diese reichen qualitativ nicht an Klebeleder heran, sind dafür aber deutlich günstiger, leicht zu montieren und auszutauschen.
Klebeleder
Auf sämtlichen zweiteiligen Queues, sei es für Anfänger, fortgeschrittene Spieler oder Profis, werden in der Regel Klebeleder verwendet. Die Pomeranze wird mit einem dafür vorgesehenen Kleber direkt auf das vordere Ende der Ferrule geklebt und dann ggf. auf den gewünschten Umfang geschliffen.
Mehrschichtleder
Während das klassische Klebeleder ein Einschichtleder ist, das aus einem einzigen Stück Leder gefertigt ist, haben sich in den letzten Jahren Mehrschichtleder immer mehr auf dem Markt etabliert. Hier werden in der Herstellung mehrere, meist zwischen sechs und zwölf Schichten, übereinandergelegt, gepresst und verklebt. Der Vorteil von Mehrschichtledern sind eine höhere Stabilität und Konstanz bei den Spieleigenschaften. Zudem gibt es mehr Abstufungsmöglichkeiten bezüglich des Härtegrades. Mehrschichtleder neigen auch weniger zum “pilzen”, dem Effekt, bei dem sich das Leder nach und nach der Form eines Pilzes annähert, was beim Pool-Billard unerwünscht ist.
Spieleigenschaften
Gewicht
Das Gewicht von Pool-Queues wird in Unzen gemessen und bewegt sich normalerweise zwischen 18 und 21 Unzen, mit 19 Unzen als dem Standard-Gewicht. Wenn du nicht weißt, welches Gewicht für Dich gut ist, empfehlen wir 19 oder 20 Unzen.
Generell gilt die Regel, dass ein schwereres Gewicht für Anfänger und ein leichteres für fortgeschrittene Spieler besser geeignet ist. Ein schwereres Queue liegt besser in der Spur und ist schwerer zu verreißen, wodurch der Anfänger erst einmal eine bessere Präzision erlangen kann. Fortgeschrittene Spieler mit besserer Stoßgenauigkeit hingegen bevorzugen leichtere Queues, da mit diesen die Stoßgeschwindigkeit, besonders bei sehr sanften Stößen, genauer dosiert werden kann.
Schwerere Queues sind aufgrund ihrer Masse in der Lage, mehr Rotation auf den Spielball zu übertragen, was Anfängern mit weniger ausgefeilter Stoßtechnik auch zugute kommt.
Balance / Schwerpunkt
Bei der Balance eines Queues betrachtet man vor allem den Schwerpunkt des Queues, also den Punkt, an dem das Queue, an einem Finger gehalten, im Gleichgewicht schwebt. Der Schwerpunkt liegt immer am Unterteil des Queues, meist vor dem Griffbereich. Je nach Gewicht des Queues, wiederum beeinflusst von den verbauten Materialien und ggf. Gewichtsschrauben, liegt der Schwerpunkt etwas weiter vorne oder hinten. Generell werden eher frontlastige Queues empfohlen, da diese Queues mehr “selbst machen”. Queues, deren Schwerpunkt zu weit hinten liegt, verursachen bei Anfängern ggf. auch Stoßungenauigkeiten, da auf der vorderen Hand zu wenig Gewicht des Queues aufliegt und das Queue dann gerne schneller nach oben ausbricht. Bevor du dich aber beim Queuekauf zu sehr mit der Balance beschäftigst: Wenn Du ein Queues mit 19 oder 20 Unzen wählst, ist der Schwerpunkt für alle Spielstärken gut geeignet. Wenn Du tendenziell eher frontlastig unterwegs bist, empfehle wir auch eher ein Metall-Metall-Gewinde, da das Gewicht des Gewindes den Schwerpunkt nach vorne verlagert.
Härte des Oberteils
Generell kann man sagen, dass ein härteres Oberteil eher mehr Kontrolle und etwas weniger Rotationswirkung am Spielball erlaubt, während es bei weicheren Oberteilen genau umgekehrt ist. Früher wurde deutlich häufiger mit weichen Oberteilen gespielt, die Queues von Meucci beispielsweise waren als regelrechte “Effetschleudern” bekannt. Mittlerweile werden, besonders im professionellen Bereich, eher harte Oberteile bevorzugt. Im unteren und mittleren Preissegment sind Queues meist mittelhart, im oberen Preissegment ebenso oder härter.
Low-Deflection
Sobald das Queue die weiße Kugel, horizontal gesehen, nicht mehr in der Mitte trifft, sondern seitlich von der Mitte entfernt, also wenn wir seitliches Effet geben, entsteht Abweichung, im englischen “throw” (dtsch: Abschlag) genannt. Das Gewicht des Queues drückt die weiße Kugel in entgegengesetzte Richtung aus der Ziellinie, bei linkem Effet also nach rechts. Der Spieler muss diesen Effekt ausgleichen, indem er in diesem Falle weiter nach links zielt, als er eigentlich für nötig hält. Je nach Queue, Menge an Effet, Stoßgeschwindigkeit und weiteren Faktoren kann diese Abweichung am Objektball mehr als eine Ballbreite ausmachen. Das macht das Spiel mit Effet so schwierig, da man quasi “ins Nichts” zielen muss.
Etwa um das Jahr 2000 herum begannen Queuehersteller zu forschen, wie man diese Abweichung bei der Konstruktion von Queues reduzieren kann. Es entstand eine komplett neue Kategorie von Queues bzw. Queue-Oberteilen, den so genannten “Low-Deflection”-Oberteilen (LD) oder auch Performance-Oberteilen.
Diese Oberteile reduzieren die Abweichung zur Seite beim Effetspiel und haben das Pool-Billard-Spiel in den letzten zwei Jahrzehnten revolutioniert. Anfänger benötigen kein solches Queue, da sie erst einmal lernen sollten, einen effetfreien Stoß zu entwickeln. Fortgeschrittene Spieler jedoch, oder Anfänger, die wissen, dass sie länger dabei bleiben werden, können direkt in ein LD-Oberteil oder ein entsprechendes Queue investieren. Wir haben z.B. LD-Queues von Players Pure X, Lucasi oder auch Mezz im Sortiment.
Länge
Generell haben Pool-Queues eine Länge von ca. 147 cm (58 Zoll). Durchschnittlich große Menschen sind damit sehr gut versorgt. Für kleiner gewachsene Menschen oder Kinder gibt es kürzere Queues. Längere Spieler (ca. ab 190 cm) oder solche, die gerne mit einem längeren “Schnabel” spielen (dem Abstand von vorderer Hand zur weißen Kugel), können ggf. ein längeres Queue benötigen. Die Queuelänge lässt sich entweder durch ein längeres Oberteil erreichen (nur höherwertige Marken) oder durch eine in der Mitte zwischen Ober- und Unterteil eingeschraubte oder eine am Unterteil aufgeschraubte Verlängerung erreichen.Snooker
Beim Snooker wird üblicherweise eine ganz eigene Bauart von Queues verwendet. Im Gegensatz zum Pool sind die Queues in der Regel klassisch und traditionell konstruiert – sowohl äußerlich als auch vom Aufbau her. Die übliche Länge beträgt 146 bis 147 Zentimeter, das Gewicht liegt klassisch bei ca. 17-18 Unzen. Auf dem Vollholzoberteil sitzen eine Messingferrule und ein Leder von 9 bis 10 Millimetern Durchmesser, das direkt auf das Holz geklebt wird. Aufgrund der relativ kleinen Pomeranze, die zum präzisen Spielen der kleineren Snookerkugeln benötigt wird, sind die Oberteile von Snooker-Queues im Vergleich zum Pool- und zum Karambolbereich insgesamt dünner. Da die Oberteile in der Regel aus einem einzigen Stück Holz hergestellt werden, sind diese etwas steifer als ihre Pendants in den anderen Billarddisziplinen und verfügen zudem über eine einheitliche, oft sehr charakteristische Maserung.
Das Holz
Die meisten Snooker-Queues werden aus Esche gefertigt. Das Eschenholz gilt als besonders konstantes Hartholz mit intensiver Maserung, was den Queues Stabilität und ein schickes Aussehen verleiht. Jedes Queue steht für sich, kein Modell sieht aus wie das andere. Einige Queuebauer verwenden auch Ahorn für ihre Snooker-Oberteile. Diese sind für gewöhnlich weniger auffällig gemasert und fühlen sich in der Stoßwirkung etwas weicher an. Die für Snookerqueues charakteristische, fast schwarze Maserung des recht hellen Eschenholzes ist übrigens nicht natürlich, sondern wird bei der Verarbeitung eingefärbt.
Das Unterteil ist bei Snooker-Queues fast immer aus Ebenholz gefertigt, es werden allerdings durchaus auch manchmal andere Hölzer wie Palisander oder Mahagoni verwendet. Man unterscheidet grundsätzlich zwischen zwei Arten von Unterteilen. Maschinengefertigte Queues verfügen über ein einteiliges Unterteil, das keilförmig geschliffen und mit dem Oberteil zusammengeleimt wird. Bei den sogenannten „Hand-spliced“-Queues hingegen besteht das Unterteil aus mehreren, meist vier, Ebenholzteilen, die einzeln mit dem Oberteil verleimt werden. Diese Methode ist deutlich aufwendiger, resultiert aber in einem schöneren Aussehen, da die einzelnen Spleiße der handgearbeiteten Queues runder und eleganter daherkommen
Der Griffbereich
Im Gegensatz zum Poolbillard wird bei Snookerqueues im Normalfall kein Griffband mit Leinenwicklung oder aus Gummi, Leder etc. verwendet. Der Griff eines Snooker-Queues ist durchweg meist glänzend lackiert. Einerseits, um ein möglichst pures Stoßgefühl zu bewahren, andererseits, weil die Queues im Griffbereich oft mit sehenswerten Furniereinlagen verziert sind, die man nicht verdecken will. Die meist farbigen Furniere werden angeschrägt und separat mit dem entsprechend präparierten Griffteil verleimt, um dem Queue ein individuelles Äußeres zu verleihen.
Das Gewicht
Das Gewicht hat direkten Einfluss auf die Spieleigenschaften des Queues. Mit einem schwereren Queue ist die Präzision etwas höher und man muss nicht so viel Kraft aufwenden. Allerdings sind sehr sanfte Stöße etwas schwerer zu kontrollieren. Mit einem Standardgewicht von 17-18 Unzen sind Snooker-Modelle meist etwas leichter als ihre Pendants im Pool- oder Karambolbereich. Es gibt allerdings durchaus auch Exemplare mit einem Gewicht von 20 und mehr Unzen für Snookerspieler, die schwerere Queues bevorzugen. Änderbar ist das Gewicht beim Snooker-Queues in der Regel nicht, da keine Gewichtssysteme o.Ä. verbaut sind.
Die Teilung des Queues
Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Snooker-Queues. Einteilige Modelle und geteilte Queues, die zum Spielen zusammengeschraubt werden. Im Gegensatz zum Pool, wo die einteiligen Modelle meistens einfache Hausqueues sind, die qualitativ nicht mit den Zweiteilern mithalten können, ist der Einteiler beim Snooker durchaus beliebt und angesehen. Noch immer spielen diverse Profis mit einem einteiligen Queue. Allein aus praktischen Gründen hat sich mittlerweile aber das zweigeteilte Queue durchgesetzt, denn der Transport ist natürlich deutlich komfortabler.
Bei den geteilten Queues unterscheidet man zwischen zwei Varianten. Entweder sind Snooker-Queues mittig im Verhältnis 1:1 geteilt oder mit einer 3/4-1/4-Teilung versehen. Die Teilung erfolgt dann im hinteren Bereich noch innerhalb des Unterteils, was dazu führt, dass das Queue dann etwas weniger frontlastig ist als ein in der Mitte geteiltes Queue. Die mittig geteilten Queues lassen sich dafür am leichtesten transportieren. Hier reicht bereits eine Tiefe von 75 cm im Köcher oder Koffer. Modelle mit mehr als einer Verschraubung gibt es auch, sind aber eher selten. Das Schraubgewinde, welches die Teile des Snooker-Queues verbindet, ist im Regelfall aus Messing.
Die Pomeranze
Snooker-Queues werden meist mit einem etwas weicheren Leder beklebt als Poolqueues, wobei hier die Vorlieben der Spieler sehr unterschiedlich sein können. Manchmal steht die Pomeranze wie ein Pilz über die Ferrule über, manchmal schließt sie passend ab. Der Durchmesser liegt bei 9-10 Millimetern und das Leder wird auf der oben offenen Ferrule direkt mit dem hölzernen Ende des Oberteils verklebt. Zum Einkreiden der Pomeranze wird beim Snooker standardmäßig eine grüne Kreide verwendet.
Verlängerungen / Extensions
Aufgrund des deutlich größeren Tisches im Vergleich zu Pool und Karambol, braucht man beim Snooker wesentlich häufiger Verlängerungen, um alle Stöße komfortabel ausführen zu können. Bei den 3/4-geteilten Queues lässt sich bei einigen Modellen statt des normalen letzten Viertels ein verlängertes Ende aufschrauben, um die Reichweite zu erhöhen und längere Distanzen zu überbrücken. Bei mittig geteilten und einteiligen Snooker-Queues befindet sich im Griffstück meist ein Gewinde, in das sich Extensions einschrauben lassen. Dabei gibt es die verschiedensten Modelle. Von ganz kurzen Verlängerungen, die nur wenige Zentimeter lang sind, bis zu Exemplaren, die fast einen Meter messen, ist alles dabei. Neben Schraubverlängerungen gibt es auch praktische Aufsteckverlängerungen, die mit so gut wie allen Queues funktionieren.
Koffer und Taschen für Snookerqueues
Für den Schutz und Transport des Snookerqueues benötigt man eine Tasche oder besser noch einen Koffer. Je nach Teilung des Queues gibt es Koffer für ganzteilige, 3/4-geteilte oder mittig geteilte Queues. Ein bisschen Snookerzubehör und evtl. eine Queue-Verlängerung, Kreide oder ein Handtuch sollten auch in den Koffer passen. Wer mit seinem Queue reisen möchte, sollte besonders darauf achten, dass der Koffer stabil ist, da man Queues nicht als Handgepäck mit ins Flugzeug nehmen darf.
Karambol
Beim Karambol wird für gewöhnlich genau wie im Snooker nur ein einziges Queue verwendet, da keine Anstöße oder Jumpshots erforderlich sind. Allerdings werden für die verschiedenen Karambol-Spielarten durchaus unterschiedliche Queues präferiert. Karambol-Queues sind insgesamt meist deutlich kürzer als Pool-Queues (diese haben ca. 147 cm) und liegen in der Länge bei 140-141 cm.
Je nach Spielart variieren beim Carambolage-Billard auch Durchmesser und Gewicht der Queues. Beim Dreiband liegt das Gewicht analog zum Pool ca. bei 500-530 Gramm. Die Spitze ist hier meist ca. 12 mm dick. In der freien Partie und beim Cadre werden auch häufig etwas leichtere (470-490 Gramm) Modelle mit einer dünneren Spitze (11 mm) genutzt.
Karambol-Queues kommen meist ohne Griffband aus, es gibt allerdings durchaus auch Modelle mit Griffband, z.B. aus Leinen. Im Karambol greifen Spieler auch gerne auf Griffbänder aus Gummi zurück, die sich nachträglich auf das Queue aufstreifen lassen.
Was kostet ein Billardqueue?
Wie du sicher schon vermutet hast, gibt es hier eine gewaltige Spanne. Wir teilen die Bandbreite gerne in drei Gruppen auf. Die Angaben sind nur eine grobe Richtung und beziehen sich nur auf Pool-Billard-Queues. Beim Snooker und Carambolage ist die Richtung aber grundsätzlich ähnlich.
Einsteiger-Queues: 70-150 Euro
Diese Queues haben alles, was ein Anfänger braucht. Sie verfügen über ein geklebtes Leder, sind sorgfältig hergestellt und es gibt eine breite Auswahl schicker Designs. Der niedrige Preis wird erzielt, indem Designs nur aufgeklebt und lackiert sind und die Queues über keine Einlegearbeiten verfügen. Auch sind die Hölzer nicht ganz so edel ausgewählt wie bei höherpreisigen Queues. Dennoch würden wir Anfängern und Gelegenheitsspielern nicht empfehlen, mehr zu investieren.
Fortgeschrittene: 150-500 Euro
Wer regelmäßig spielt, etwas genauer weiß, was er braucht, oder wer als Anfänger gleich mit fortgeschrittenem Material einsteigen will (dann gibt es keine Ausreden mehr), der wählt ein Queue dieser Preisklasse. Die Queues verfügen hier meist schon über Low-Deflection-Eigenschaften und oft auch Einlegearbeiten. Am oberen Ende dieser Spanne sind auch schon tolle Hölzer verarbeitet. Bekannte Marken in dieser Preisklasse sind z.B. Players Pure X, Lucasi oder Buffalo.
Profis: 300-5000 Euro
Die Grenzen zum vorherigen Bereich sind fließend. Ab einem bestimmten Preis werden Spieleigenschaften nicht mehr grundsätzlich besser. Der höhere Preis entsteht dann durch aufwändigere Einlegearbeiten, bessere Hölzer oder maßgeschneiderte Spielinstrumente, die so genannten Custom-Queues, die gerne auch mehrere tausend Euro kosten können.